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Carly goes veggie! Was ein paar Tage vegane Ernährung mit mir gemacht haben!

Ich bin ein Mensch der sich sehr gern über Klischees lustig macht. Das Klischee der zaubtertollen Nähmutti, das Klischee des missionierenden Veganers und, und, und…

Einige Leute meinten zu mir, ich weiß ja gar nicht wovon ich rede. Stimmt, dachte ich mir, ich bin ja auch nichts von alledem. Aber ich könnte es sein wenn ich es wollte, oder? Da mir das Experiment Nähmutti mit zu viel Aufwand verbunden war (9 Monate Vorbereitungszeit übersteigen meine Geduld für so einen empirischen Versuch), dachte ich, es wäre doch lustig mich mal in einen Veganer hinein zu versetzen. Mein Mann fand es sogar so witzig, dass wir spontan eine Wette verabschiedeten. Wenn ich es schaffe 7 Tage (und Nächte!!) vegan zu leben, dann wäre er dran es auszuprobieren. Und eins könnt ihr mir glauben, das hat meinen Ehrgeiz so richtig angespornt. Vor einem Jahr wurde mir in der Uni von einer Kommilitonin die zufälligerweise auch vegan lebt wortwörtlich die Wurst vom Brot gequatscht und spätestens seitdem hatte ich meine Einstellung zu dieser Art Menschen. Ich konnte sie nicht wirklich erst nehmen, dachte mir aber auch, so schwer kann es ja nicht sein auf ein paar „Kleinigkeiten“ zu verzichten.

Also schön, ich machte mich ans Werk, informierte mich was Veganer denn überhaupt essen dürfen und lernte Einiges dazu. Vegan zu sein heißt nämlich nicht nur, auf alles zu verzichten was „lecker“ schmeckt, sondern seinen ganzen Lebensstil danach auszurichten. Selbst kosmetische Produkte müssen tierversuchsfrei sein (was ich sowieso sehr wichtig finde, weil Eyeliner nichts an Hunden zu suchen hat und Katzen mit Mascara lächerlich aussehen…) und man muss sich vorab über fast jedes Produkt genau informieren.

Heute bin ich übrigens bei Tag 5 und da der ja auch fast schon vorbei ist, wage ich schon einmal die Prognose meiner persönlichen Vor- und Nachteile.

Ein dickes Pro gibt’s auf jeden Fall in Sachen Selbstreflektion. Ich hab mir selten so viele Gedanken darüber gemacht, was ich meinem Körper alles zumute. Ich habe mich mit den Produkten sehr genau auseinander gesetzt und neue Produkte zuzubereiten hat super viel Spaß gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass vegane Ernährung so abwechslungsreich sein kann, es gab nämlich so gut wie nichts auf dass ich wirklich verzichten musste. Morgens gab es vegane Waffeln oder ein Müsli mit Mandelmilch statt Kuhmilch. Zum Mittag gab es oft Ofengemüse oder gebackene Süßkartoffelscheiben, aber auch Linsennudeln mit gegrilltem Gemüsepesto! Ich kann euch sagen, ich habe nicht gehungert. Abends beschränkte ich mich auf Pilzpfanne und Salat und als Snack griff ich auf Rohkostriegel zurück. Auf der Suche in Drogerien und Supermärkten fanden Norman und ich sogar vegane Schokolade, eine haben wir probiert und waren uns einig, dass richtige Schokolade zwar besser schmeckt, aber den Heißhunger bremst es trotzdem.

So schön es auch war, die Kontras gibt es natürlich auch, denn eine vegane Ernährung ist nicht unbedingt billig. Gerade wenn es um spezielle Produkte wie vegane Nudeln oder Snacks geht, gibt es nur wenige Marken die ihr kleines Oligopol am Lebensmittelmarkt ordentlich ausnutzen. Und zu den Kontras gehört auch der Geschmack von Tofu. Oder besser gesagt, der nicht vorhandene Geschmack und die wabbelige Konsistenz. Gebraten war es auszuhalten, aber lecker geht irgendie anders. Auf Soja wollte ich allerdigs sowieso weitestgehen verzichten, nachdem ich mich auch darüber belesen hatte, was der dauerhafte Konsum sojahaltiger Produkte so mit dem Körper und dem Hormonhaushalt im Speziellen anstellt. Ein weiteres Manko ist es relativ zeitaufwendig alles zu recherchieren und dadurch manchmal echt nervig. Ich kann mir zwar vorstellen unter der Woche weiterhin vegan zu leben, da es mir persönlich gut tut, aber ich werde wohl trotzdem Ausnahmen machen und mir hin und wieder ein Ei oder eine Scheibe Käse auf dem Brot gönnen.

Die Erfahrung war bis jetzt jedenfalls sehr interessant und ich bin gespannt wie sich das Ganze bei uns weiter entwickeln wird, allerdings glaube ich ehrlich gesagt, dass mein Mann kläglich scheitern wird. Ich kann jetzt außerdem guten Gewissens behaupten, dass ich mich niemals, wirklich N I E M A L S in einen missionierenden Superveganer verwandeln werde. Die Frage ist natürlich, weiß ich jetzt überhaupt was so ein Veganer tagtäglich durchmacht? Wahrscheinlich ist es nicht das Gleiche diesen Lebensstil auszuprobieren oder ihn wirklich mit allen Konsequenzen zu leben, aber ich denke ich verstehe ein bisschen besser, was die Menschen bewegt, die diesen Weg für sich gewählt haben und ja ich kann auch verstehen, warum es manchen Leuten so wichtig ist, Andere davon zu überzeugen. Schließlich ist der Grundgedanke dahinter, nämlich das Leben von Tieren zu schützen, sie nicht ihrer natürlichen Rohstoffe zu berauben und jedes Lebewesen zu achten und zu respektieren, ein sehr löblicher!

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